| 108 Beiträge - Larp-Junkie
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@Turniniel:
Das Problem ist, dass zu viele Leute Ausnahme spielen wollen (etwas "ganz doll Besonderes" eben) und zu wenig Leute die Regel. Wenn nur noch Ausnahmen rumlaufen, verlieren sie ihren Wirkung.
Insgesamt mag ich es, wenn Charaktere nach dem aussehen, was sie sind - weil man dadurch automatisch etwas vom Standart-Kram wegkommt. Ich finde es furchtbar, wenn sich Krieger, Ritter, Magier und Elf nur dadurch unterscheiden, dass der eine ein Schwert, der andere Sporen, der nächste bunte Bälle am Gürtel und der letzte spitze Ohren hat.
Bzgl. Krieger und Helm:
Sobald auch nur ein wenig Rüstung getragen wird, wirkt ein Krieger ohne Helm unglaubwürdig. Der Kopf ist das empfindlichste und wichtigste Körperteil, dazu noch stark exponiert - warum sollte man also Schultern, Unterschenkel, Unterarme schwer panzern, den Kopf aber frei lassen? Schon ein leichter Treffer oder Streiftreffer auf den Kopf kann den stärksten Krieger völlig außer Gefecht setzen oder das Leben kosten. Jemand, für den es um Leben und Tod geht, lässt den Helm nicht mal eben weg, weil er ihn "unbequem" findet.
Am Schlimmsten sieht für mich eine Vollplatte aus, aus der ein unbehelmter Kopf rausschaut - völlig unplausibel. Eine Kopfbedeckung schafft dann wenigstens noch ein wenig optischen Ausgleich. Ganz ohne sieht es für mich aus wie ein Motorradfahrer, der in voller Montur, Protektoren überall, Motorrad fährt, den Helm aber weglässt.
Es muss ja nicht gleich der Topfhelm mit winzigen Sehschlitzen sein, ein Eisenhut z.B. oder ein ähnlicher Helm schränkt so gut wie nicht ein, beeinflusst weder Sicht noch Gehör und wiegt auch nicht viel. Alternativ gäbe es noch eine gepolsterte Bundhaube, die nun wirklich gar nicht behindert, nicht viel kostet, aber viel ausmacht.
Dazu kommt: Normalerweise trägt man den Helm ja nicht ständig, sondern setzt ihn erst kurz vorm Kampf auf. Es ist nur im Larp so eine Marotte, selbst am Essenstisch noch die Rüstung zu tragen ...
Insgesamt sehen im Moment einfach zu viele Rüstungen nach OT-Optimierung ("was ist billig?" oder: "was gibt RP?" ggfs. kombiniert) aus und zu wenig nach IT-Gesichtspunkten. Selbst, wenn man einzelne bestimmte Rüstteile ablehnt, kann man sich die Frage stellen: Was würde ich zuerst schützen?
"Kopf, dann Torso, dann Hände und Gelenke" wäre doch die Antwort, also das, was empfindlich und wichtig zum Überleben ist.
Was wird dagegen im Larp zuerst geschützt? Unterarme und Unterschenkel (einfache Leder/Metallschienen sind billig), mit etwas Glück dann wenigstens noch der Torso (Gambeson oder Kettenhemd), und dann wird die Panzerung an den Schultern (!) verstärkt. An den Schultern, nicht etwa am empfindlichen Bauch oder etwa am noch völlig ungeschützten Kopf ...
Magier in Robe:
Naja, ist schon schöner. In meinem Umfeld spielt ein Großmeister (!) in schwarzer Hose, schwarzer Tunika, schwarzem Gambeson. Erst vor kurzem hat er die zwei Schwerter gegen einen Stab getauscht, immerhin ... so jemanden ernst zu nehmen, fällt mir dann zugegebenermaßen doch schwer.
Es muss ja nicht unbedingt die klassische Robe sein (auch wenn ich Magier in Roben gerne sehe), aber ich wünsche mir, Magier auch optisch erkennen zu können. Auch, wer die Ausbildung an der Akademie abgebrochen hat, muss sich ja nicht exakt so kleiden wie jeder "Gewöhnliche". Gerade bei ungewöhnlichen Laufbahnen bieten sich optische Hinweise auf die Vergangenheit an: Die schon etwas mitgenommene, abgewetzte Robe, die man immer bei Ritualen trägt, weil sie an die Zeit der Ausbildung erinnert und Sicherheit gibt. Oder auch eine alte Robe, die umgearbeitet wurde ... da gäbe es viele Möglichkeiten!
Leider entscheiden sich die entsprechenden Spieler, die noch bei ihrer Charaktergeschichte so kreativ waren, bei der Ausstattung dann für ein relativ phantasieloses "Ich seh so aus wie jeder andere dahergelaufene Abenteurerverschnitt". Finde ich schade.
Ritter in Rüstung:
Von einem Ritter erwarte ich keine Rüstung, sondern edle Kleidung. Dann kann die Rüstung meinetwegen auch komplett fehlen.
mfg
Annkathrin - für schöne Kostüme!
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