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Das ist eine recht einfache Schwachstelle um den Harnisch zu knacken, zum Beispiel mit einm Stich. da lässt sich der Panzer letzlich einfach aufbrechen.
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Das würde ich nicht unbedingt sagen.
Der Harnisch des späten Mittelalters ( 1420 - 1485 ) war am Kürass meistens segmentiert, oder auch fachmänisch Geschiftet. D.h: Brust und Bauchplatte waren voneinander getrennt, überlappten sich aber noch weit genug um keine Schwachstelle zu bilden. Sogesehen hat man dann in dieser region doppelten Schutz, da ja zwei Harnischbleche übereinander liegen.
Da gab es drei Varianten: die Gotisch Deutsche, die Mailändisch Italienische und die mischvarianten Französich - Burgundisch - Englisch.
Bei der Deutschen Variante waren Brust- und Bauchplatte
mit einer Gleitniete verbunden. wenn ihr euch einen Gotischen Kürass mal genau anseht, könnt ihr den Nietkopf sogar sehen. Der befindet sich genau da wo die Bauchplatte spitz zuläuft, meißt in einer Lilienform.
Das Loch der Niete auf der Bauchplatte ist normal rund.
Das Loch auf der Brustplatte ist jedoch ein langer Vertikaler ausschnitt, Werden die beiden Bleche nun dort miteinander vernietet, so kann die Niete und somit die Bauchplatte nach oben oder nach unten gleiten, wie in einer Schiene.
An den Flanken des Kürasses sind die Platten genauso verbunden.
http://www.olofsgillet.org/images/olofsgillet_050.jpg
http://www.olofsgillet.org/images/olofsgillet_051.jpg
http://www.olofsgillet.org/images/olofsgillet_058.jpg
Die Italienische Variante ist da etwas einfacher, sie besteht aus einem Ledergeschübe.
An der Brustplatte ist außen ein langer Lederriehmen befestigt, an der spitze der Bauchplatte eine Schnalle.
An der Flanke sind Italienische Bauch- und Brustplatten manchmal garnicht mit einander verbunden, wenn doch dann auch hier mit einem Ledergeschübe, das sich dann innen oder außen befinden kann.
http://www.olofsgillet.org/images/olofsgillet_040.jpg
http://www.olofsgillet.org/images/olofsgillet_074.jpg
http://www.olofsgillet.org/images/olofsgillet_076.jpg
Übrigens ist die art der Schiftung oft der erste Hinweis auf die Herkuft des Harnisches.
Wenn ihr einen Gotischen Harnisch seht, der aber ein Ledergeschübe an der Schiftung besitzt, so ist es ein Italienischer Exportharnisch "alla tedesca" - nach Deutscher Art. Denn Mailand war in sachen Rüstungexport Marktführend. Das war ein richtiger Industriezweig. ( Kriegstreiber )
Wie schon erwähnt gab es noch die Französichen, die Burgundischen und die Englischen mischvarianten.
Dabei handelt es sich um eine Verschmelzung beider Stiele, und das macht die Katalogisierung dieser Harnische extra schwer. Oft weiss man nicht ob es sich nun um einen Exportharnisch oder um einen Einheimischen Harnisch handelt. Denn nicht alle Harnische weisen Plattnermarken auf.
Und viele, sehr viele haben die Zeit nicht überdauert, denn es gab damals zehntausende Harnische aller Qualitäten. Wenn iht meint das wäre übertieben, so sei euch gesagt das der Harnisch im Spätmittelalter keine seltenheit mehr war, er war fast schon Massenware ( aber immer noch sehr teure Massenware ).
Es gibt z.B: Berichte in dehnen geschrieben steht das Karl der Kühne v. Bürgünd im Jahre des Herren 1476 mal ebenso ...Hust.. 2000 Harnische gekauft hat.
Dabei handelte es sich jedoch ausschlieslich um "Harnische von der Stange" also wirklich um Massenware in Einheitsgröße.
Oder auch die tatsache das ein Bürger einer Stadt wie Nürnberg, Augsburg, Regensburg u.s.w. der der Bürgerwehr angehöhrte, ein gewisses mindestmaß an Waffen und Rüstung stellen musste. Und das konnte sehr unterschiedlich ausfallen. Vom nur ein Helm bis Komplett,
je nach dem was er an Geld hatte und bereit war es für sein überleben auszugeben.
Spätere Harnische wie z.B: der Maximilianische sind zwar nicht mehr Geschiftet aber immer noch segmentiert.
Der Maxi Kürass besteht aus der Brustplatte die oben keinen Halsausschnitt besitzt, sondern einen geraden abschluss und einem seperatem Kragen. Dieser wird zuerst angelegt, dann die Brustplatte, wobei die Schulterriehmen der Brustplatte über den Kragen verlaufen.
http://www.myarmoury.com/albums/displayimage.php?album=12&pos=71
http://www.armamentarium.de/images/shop/t1-090-000-0032.jpg
Auch spätere Stiele weisen diese Technik auf.
http://www.myarmoury.com/albums/displayimage.php?album=12&pos=60
Der Vorteil einer Segmentierung liegt ganz klar auf der Hand: Beweglichkeit.
Und Beweglichkeit ist im Krieg verdammt wichtig, auch früher schon.
Ps: In bezug auf meinen Senf, Außnahmen gibt es natülich auch.
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zuletzt von Björn Baltermorf am 05.02.2008 - 11:31.
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