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Zitat Original geschrieben von Âeron
- Ist die momentane Gut/Bösesituation auf einer Con für Dich zufriedenstellend geregelt?
- Ist der Durchschnittspaladin so gespielt, wie Du ihn Dir durch Literatur, Tabletop oder Phantasie vorgestellt hast?
- Welche Eigenschaften und Fähigkeiten würdest du einem Seraphim (einem Halbengelwesen...als Gegenspieler zu einem Dämon) andichten?
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War zwar nicht an mich gerichtet, finde ich aber zum Drüber-Nachdenken ganz interessant, deswegen antworte ich auch mal:
Die Gut-Böse-Situation ist für meine Begriffe sehr aufgeweicht in den letzten Jahren, das klassische Schwarz-Weiß-Schema lässt sich auf viele Charaktere gar nicht mehr anwenden. Das einfach mal als meine persönliche Beobachtung. Ich denke, das könnte auch daran liegen, dass von den klassischen "Fantasytypen" (der Begriff Typus sagt ja schon, dass sie eingeschränkter und stereotyp sind) abgerückt wird und viele Spieler eben Menschen spielen, d.h. "menschlich sind" wie Khagan das so schön ausgedrückt hat, sind also ebenso gut oder böse und verfehlen ihre Gesinnung eben auch, sprich sie machen Fehler oder lassen sich vielleicht zu Edelmut hinreißen usf.. Das sorgt vielleicht für ausdifferenziertere Charaktere und für mehr Konfliktpotential (also Spielanlässe), macht aber ein Schubladendenken schwieriger bis unmöglich. Extrembeispiele sind für mich jedoch Kuscheldrow ("ich bin zwar Drow, aber trotzdem lieb") und kleine Gobbos folternde Paladine einer Lichtgottheit, beides auf Con gesehene Charaktere. Grauzonen, meinetwegen, jeder kann spielen, wozu er Lust hat, doch müssen sie für mich noch irgendwie einer gewissen Logik folgen bzw. glaubhaft sein, wenn mir ein guter Drow seine Geschichte, also warum er sich zum Guten hat bekehren lassen, gut verkauft, meinetwegen, aber in der Regel bin ich da auch mehr skeptisch. Kommt mir sowas zu pappnasig vor, gehe ich dem Spieler aus dem Weg, weil ich keine Lust hab, mich drüber zu ärgern oder weiter dran zu stören, erscheint es mir fragwürdig und IT diskutabel bietet es Anlass zu Spiel. Ob das zufriedenstellend ist, hängt für mich wie gesagt davon ab, ob es für´s Spiel was bringt oder nicht, insofern schätze ich einen konsequent dargestellten Schwarz-Weiß-Charakter ebenso wie einen konseuquent dargestellten ausdifferenzierten Grauzonencharakter.
Paladine: Ich kenne selbst zwei Paladinspieler, die für meine Begriffe den guten Paladintypus klar darstellten und das auch durchzogen: Nicht lügen, nicht feige oder hinterhältig sein, ehrenhaft sein, sich für andere opfern wenn nötig und bedingungslose Treue. Wen sie als "Böse" ansahen, war glaubensabhängig, allerdings hätte keiner von beiden einen "bösen" SC oder NSC feige von hinten abgeschlachtet, sondern entweder zum Duell herausgefordert oder offen angegriffen. Ich glaube, ein klassischer Paladintyp ist schwer darzustellen, weil er eine Konsequenz erfordert, die viele Spieler nicht eingehen wollen oder können oder zuvor nicht bedacht haben und dann Rückzieher in einem unpassenden Moment machen. Seit einiger Zeit habe ich auch keine Paladine mehr auf Con gesehen (oder sie sind mir einfach als solche nicht aufgefallen, was bei meiner Wahrnehmungsfähigkeit jedoch nix heißen will ), wiederum ein Indiz für mich, dass so eindeutige Charaktere nicht mehr so gern gespielt werden.
Seraphim wäre eine noch ausführlichere Betrachtung wert, das würde jetzt aber zu weit führen.
Ok, das waren meine 2 Cent.
In diesem Sinne
Manjy 
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