| 66 Beiträge - Gewandungsgriller
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@alle:
Ja, das Posting wird recht lang, sorry bei einer Baumstruktur könnte ich auf jeden einzeln antworten, aber muss jetzt halt so gehen. Ich markier auch schön den Namen des Angesprochenen, extra für euch
Ganz allgemein: Ich habe das Gefühl, dass einige hier „Klischee“ vollkommen falsch interpretieren – nämlich als das genaue Gegenteil von dem, was gemeint ist.
Dazu unten mehr.
@Alvaro:
Zitat
Nun ich denke mal Kleidung ist nicht alles. Sicherlich ist mir ein Kelte im richtigen Outfit lieber als im Punkerkilt, aber wenn er sich dennoch Mühe gibt bei der Darstellung seh ich kein Problem. Ebenso hilft es nichts sich für teures Geld eine passende Gewandung zu kaufen, wenn man die Rolle nicht sielen kann. |
Seltsam, viele gehen davon aus, dass, wer sich mit der Kleidung keine Mühe gibt, automatisch ein wahnsinnig guter Schauspieler ist. Dummerweise sind die meisten höchstens Durchschnitt.
Und was ist nun besser, jemand mit miserabler, unpassender Gewandung und mäßigem Schauspiel oder jemand mit toller, passender Gewandung und mäßigem Schauspiel?
Zitat btw. Es passt zwar nicht 100% hier rein, aber die Frage ob ein Krieger ohne Helm nun wirklich ein Krieger ist, stellt mich eher vor die Frage ob ihr euch nicht zuviele Gedanken über das Spiel macht. |
Ob ein Krieger ohne Helm ein Krieger ist, stand nicht zur Debatte. Für viele ist eben ein Krieger ohne Helm ein IT doofer und/oder aus diesem Grund OT unglaubwürdiger Krieger.
Übrigens gibt es auch leichte Lederhelme ... ich glaube aber niemandem, dass für ihn Kopfbedeckungen völlig unerträglich sind, höchstens ungewohnt.
Zitat
Klischee-denken find ich ok, solange man es an die OT Umstände anpasst.
Wenn jemand in Vollrüstung behauptet er sei ein Ritter sich aber aufführt wie ein Rübenbauer, ist er für mich IT eben allerhöchstens ein Raufbold mit guter Abstammung.
Wenn sich hingegen jemand wirklich ritterlich benimmt, sich aber sichtlich keine teure Rüstung oder Gewandung leisten kann, ist das für mich ein echter Ritter (der für mich IT "eben nur leider aus armen Haus zu stammen scheint - was ja nicht sein Fehler ist"). Oder er trägt halt aus anderen guten Gründen keine Rüstung, wichtig ist das er sagt er sei ein Ritter (oder sonstwas) und ich glaube ihm das aufgrund seines ritterlichen Auftretens auch sofort.
Eine teure Rüstung macht also noch lange keinen Ritter. |
Das halte ich für die falsche Herangehensweise. Ich als Studentin kann mir auch Adeligengewandung leisten – ich nehme dafür viel Arbeit in Kauf und spare ein Jahr, bis ich genug Geld zusammenhabe bzw. verbringe sehr viel Zeit auf der Suche nach gebrauchten oder reduzierten Komponenten für die Ausstattung.
Man kann ja gerne jemanden aus verarmten Hause spielen, aber der wird dann auch genau als das behandelt und nicht genauso wie jemand, der prunkvolle Kleidung trägt. Von nichts kommt nichts.
@Turniniel:
Zitat Finde ich nicht. Klischees sind sicher toll, aber würden ziemlich langweilig werden, wenn jeder nur versucht, dem Klischee zu entsprechen. |
Ja, das ist die Theorie. In der Praxis aber erfüllt kaum jemand das Klischee – alle wollen DIE einzigartige Ausnahme sein.
Ergo muss in Hinblick auf die Realität der Satz angepasst werden: Ausnahmen sind sicher toll, aber es ist ziemlich langweilig, dass jeder nur versucht, eine Ausnahme zu spielen.
@Fargo
Zitat
Oder um ein besseres Beispiel zu bringen. Ich mag Schotten. Am besten mit langem, lockigen Haar (wohl auch aus Neid, weil meine Geheimratsecken den Nacken erreicht haben ) - warum diese also unter einem Helm verstecken. Oder ein Kelte, sicher, sie hatten Helme, aber sicher nicht alle. Wie stehts mit dem Barbaren, mit langer Schüttelmähne? Auch in einen Helm pressen? Oder um ein besseres Beispiel zu bringen. Ich mag Schotten. Am besten mit langem, lockigen Haar (wohl auch aus Neid, weil meine Geheimratsecken den Nacken erreicht haben ) - warum diese also unter einem Helm verstecken. Oder ein Kelte, sicher, sie hatten Helme, aber sicher nicht alle. Wie stehts mit dem Barbaren, mit langer Schüttelmähne? Auch in einen Helm pressen? |
Na gut, für mich persönlich gibt’s kaum was Scheußlicheres als Männer mit langen Haaren ... aber ein Charakter ohne Kopfbedeckung sieht für mich schlicht nackt aus. Allerdings kann ich da auch gut einen Kompromiss eingehen: Ich wäre ja schon zufrieden, wenn alle AUSSER Schotten, Kelten und Barbaren Kopfbedeckung/ggf. Helm trügen ...
@Balean Kryn:
Zitat Die Klasse Kämpfer, ich wähle jetzt bewußt das Wort Kämpfer, weil es den regeltechnischen Hintergrund decken soll oder auch muss, kann einen Derwisch, einen Barbaren, einen Söldnerhund, einen Schwertmeister, einen Soldaten, einen Glaubenskrieger, einen Ritter, einen Raubritter, einen Räuber, einen Milizionär, einen Knappen, einen Schmied, einen könglichen Prinzen, einen großen Händler, einen Waldläufer und so weiter darstellen, die Liste ist sehr, sehr lange. |
Da hast du Recht. ABER:
Wäre es nicht erstrebenswert, dass der Derwisch nach Derwisch, der Barbar nach Barbar, der Söldnerhund nach Söldnerhund usw. aussieht anstatt „jeder gleich“ (Piratenhemd + Lederhose)?
„Klischee“ bedeutet, dass ein Kämpfer wie ein Kämpfer aussieht. Es besagt aber AUCH, dass ein Derwisch wie ein Derwisch, ein Barbar nach Barbar usw. aussieht – auch das sind Klischees!
Und das heißt nicht, dass jeder exakt gleich aussieht, sondern dass jeder von seinem Äußeren und seinem Spiel her etwas an sich hat, dass ihn als das erkennen lässt, was er ist.
Zitat Andererseits kann in meinen Augen auch jemand mit der Klasse Zauberkundiger einen Magier, Nekromanten, Lichtmagier, Kleriker, Alchimisten, Gelehrten, Druiden, Hexenmeister, Barden, Skalden, aber auch einen Adeligen darstellen? Warum kann ein Baron nicht der Profession der Zauberkunde nachgehen oder einen klerikalen Hintergrund haben? |
Das schließt „Klischee“ nicht aus. Ein Baron, der der Profession der Zauberkunde nachgeht, sollte von beidem etwas an sich haben (vom Äußeren her).
Die Bilder finde ich sehr schön, aber für den Magier finde ich das Beinzeug ABSOLUT unpassend. Ein richtiger Fremdkörper.
Zitat
Mal sehen was ihr dann noch sagt, wenn euer Kämpfer mit 10-Con-Tagen sich dann mit einem helmlosen Krieger auseinandersetzen muss der 500 hat. |
Derjenige, der besser kämpfen kann oder schlechter ausspielt, gewinnt. Völlig unabhängig von den Contagen. Und derjenige, der den Helm trägt, sieht dabei besser und glaubwürdiger aus.
Zitat Ich find's eh schade, das solches Missgefallen immer auf der Out-Time-Schiene gefahren wird. Wenn ich in meiner Rolle ein Problem mit einem Charakter habe, dann kläre ich das im Spiel - nicht danach, nicht dahinter oder im Forum! |
Wir reden hier NICHT davon, dass es meinen CHARAKTER stört, wenn wer anders unpassend gekleidet ist. Das kriegt der andere schon zu spüren, indem er nicht ernst genommen wird als das, was er darstellen wird.
Kleider machen Leute! – Auch IT.
Hier in diesem Thread geht es ums OT. Wenn ich OT mit der unpassenden Gewandung ein Problem habe, wäre es blöd, IT darauf zu reagieren – man kann Spieler dadurch nicht erziehen, sie wären höchstens vor den Kopf gestoßen und würden eventuell aus Trotz erst recht nichts ändern – oder aber sie würdens nicht kapieren.
Zitat
Ach so, hatte ich schon erwähnt das ich Sterotypen langweilig finde. Sicher, nicht jeder kann ein Juwel der Individualität spielen, aber probieren kann man's. |
In der Realität ist dummerweise „kein Stereotyp“ = langweilige Larpuniform, nämlich Piratenhemd und Lederhose (in den meisten Fällen). Stereotyp bedeutet Individualität – und zwar zum Charakter passend.
Mein Fazit:
“Stereotyp“ bedeutet NICHT, dass jeder Bauer exakt die gleiche Kleidung trägt. Stereotyp bedeutet, dass ein Bauer wie ein Bauer aussieht und ein König wie ein König – Larp-Realität ist momentan leider, dass Bauer, König, Abenteurer, Alchemist und Magier Einheitskluft, Uniform tragen. Das aber ist keine Individualität.
dayvs GE-ve
Stefanie
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