| 417 Beiträge - Alter Hase
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Ich mag keine Sterotypen.
Ich fand's eigentlich schade, das ich es gestern versäumt hatte im Pub, wo ich schon die Gelegenheit dazu hatte fast ganz Drakenstein auf einem Haufen zu begegnen, mich mit ihnen in Ruhe zu unterhalten.
Ich spiele Fantasy und das bedeutet, das ich nicht historische Gegebenheiten immer berücksichtigen muss oder will oder kann, auch wenn die meisten Fantasywelten sich an das Europa im Mittelalter anlehnen. Deswegen auch meine Meinung:
Die Klasse Kämpfer, ich wähle jetzt bewußt das Wort Kämpfer, weil es den regeltechnischen Hintergrund decken soll oder auch muss, kann einen Derwisch, einen Barbaren, einen Söldnerhund, einen Schwertmeister, einen Soldaten, einen Glaubenskrieger, einen Ritter, einen Raubritter, einen Räuber, einen Milizionär, einen Knappen, einen Schmied, einen könglichen Prinzen, einen großen Händler, einen Waldläufer und so weiter darstellen, die Liste ist sehr, sehr lange.
Andererseits kann in meinen Augen auch jemand mit der Klasse Zauberkundiger einen Magier, Nekromanten, Lichtmagier, Kleriker, Alchimisten, Gelehrten, Druiden, Hexenmeister, Barden, Skalden, aber auch einen Adeligen darstellen? Warum kann ein Baron nicht der Profession der Zauberkunde nachgehen oder einen klerikalen Hintergrund haben?
Ich meine, wo ist der Unterschied, ob nun Sir Brian mit Schwert und Kettenhemd und 30 Bediensteten und eigenen Kämpfern anreist oder Meister Raphael, noch dazu in einer Seidenrobe und einem Diadem auf dem Kopf und mit Siegelring und allem drum und dran. Ich verfahre mich nicht in das Prinzip, dasd damals alle Adeligen eben Knappen, Ritter und Fürsten in Rüstungen waren die für (den christlichen) Gott und König sein Land verwalteten und in den Krieg zogen.
Im Gegenteil, ein Magier der in seiner Burg sitzt und sein Land mit Hilfe seiner Magie bewacht ist vielleicht sogar ein viel kompetenterer Lehnsherr und Diener des Königs, als ein Herzog der eben ein sehr guter Schwertkämpfer ist.
Na ja, und was die Multis betrifft ... die können ja nun fast alles sein.
Deswegen mag ich auch kein DragonSys 2nd Ed., weil mir das zu flach ist. Es gibt viel interessantere Regelwerke und Systeme, wo man seinen Charakter nicht in eine dieser drei Klassen festfahren muss. Dann kommt aber das Argument: "Öhhh, Powergamer!" Wo kann man von Powergaming sprechen, wenn ein Charakter in seinem Kettenhemd einen Feuerball wirken kann, wenn er für die Möglichkeit, einmal am Tag einen Feuerball zaubern zu können in Rüstung die Erfahrungspunkte von insgesamt 400 Con-Tagen ausgeben muss? Da wird ihn den Magier, der keine Punkte ausgeben hat für das erlernen der Fertigkeit Feuerbälle in Kettenhemd wirken zu können ihn auslachen, weil er ihm dann mitlerweile solche Mordssprüche entgegenschleudern wird, dass der Hexer in Kette richtig alt aussieht. Ein Regelsystem sollte solche Kombinationen nicht verbieten, nur eben sehr stark einschränken oder erschweren. Aber egal, ich komme vom Thema ab, hier noch ein paar Inspirationen, an denen ich mich zum Teil bei der Erstellung von Balean ansatzweise orientierte.
Bin mal gespannt wie ihr die gezeichneten Charaktere, nach eurer Vorstellung einordnen würdet. Wenn's wer macht und interessiert was sie nach Meinung des Künstlers darstellen sollen, werde ich diesen gerne aufklären.
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Falls wer Gefallen daran gefunden hat, mehr sehen möchte oder die Seite dazu wissen will, hau ich noch gerne mehr ins Forum rein.
Ist jetzt nur ein minimaler Auszug.
Die Seite ist von Wizards of the Coast und die Gallerien davon findet ihr hier und da gibt es massenweise Vorlage von Charakteren im Bereich Fantasy:
http://www.wizards.com/default.asp?x=dnd/arch/ag
FAZIT: Sterotypen sind kacke und wenn ihr oder euer Charakter meint, einen Spieler und dessen Rolle als Krieger nicht akzeptieren zu müssen, weil dieser keinen Helm trägt, dann spielt doch euer Missempfinden aus. Mal sehen was ihr dann noch sagt, wenn euer Kämpfer mit 10-Con-Tagen sich dann mit einem helmlosen Krieger auseinandersetzen muss der 500 hat.
Ich find's eh schade, das solches Missgefallen immer auf der Out-Time-Schiene gefahren wird. Wenn ich in meiner Rolle ein Problem mit einem Charakter habe, dann kläre ich das im Spiel - nicht danach, nicht dahinter oder im Forum! 
Ach so, hatte ich schon erwähnt das ich Sterotypen langweilig finde. Sicher, nicht jeder kann ein Juwel der Individualität spielen, aber probieren kann man's. Zumal meiner Meinung nach die 0815-Rollen für die NSC reserviert sein sollten. Ich spiele einen Abenteurer, einen fahrenden Scholaren (und das sogar in Rüstung, tja, sein Orden hat Kohle und Einfluss, warum soll er diesen nicht geltend machen? Das Leben in der Wildnis kann gefährlich sein und eine Rüstung bietet nun einmal den besten Schutz gegen physische Angriffe), aber kein Bauer wird sich wohl auf Abenteuer begeben, ebensowenig ist ein Knappe an seinen Herren gebunden, wie der Knecht an seine Arbeit ... also, überlegt euch auch mal, ob es wirklich Sinn macht einen Rolle zu spielen, die von einem Land ins nächste reist, es von ihrem Hintergrund aber nicht viel Sinn machen würde.
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