| 200 Beiträge - Hardcore-Larper
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Hej Aurinia,
zunächst ...
Schön, daß Du hergefunden hast und an dieser Diskussion beteiligst.
Allerdings möchte ich Dich darauf hinweisen, daß es hier bisher nur einen Kritiker gibt, der wirklich dabei war (ansonsten sind es scheinbar nur Leute, die abwesend oder Orga waren) und alles nicht so heiß gegessen werden sollte, wie es gekocht wird.
Andererseits bin ich auch da gewesen und weiß, daß die Nach-Abbruch-des-Cons-Gespräche eher weniger Gutes dabei hatten.
Denn ich war einer der Kritiker vor Ort.
Aber jetzt mal der Reihe nach:
(Achtung! Wall of text!)
@ Verspätete Orga und möglicher Con-Ausfall:
Bei Larp-Cons, gerade bei kleinen, sollte man sich wirklich gut überlegen, ob man eine Veranstaltung lieber absagt, wegen diverser Widrigkeiten (Kosten, NSCs, Orga, Plot, ...) oder ob man es versucht mit Ach und Krach durchzuziehen.
Letzteres kann der Orga-Reputation so sehr schaden, daß für Jahre keine oder nur noch sehr wenige Spieler zu den Veranstaltungen dieser Orga kommen.
@ Essen und Spende für den Koch:
Wenn ein Con von vornherein damit wirbt oder gegenüber den Teilnehmern äußert, daß das Essen im Preis enthalten ist (vor Ort wurde von Patricio fast wörtlich gesagt "[...] die Suppe ist im Preis enthalten, aber wer auch Fleisch dazu möchte, muß noch etwas zuzahlen [...]").
Wenn dann noch "nachgefordert" wird, ist das ein schlechter Stil.
... ich war auch eher negativ von der Bitte nach Spenden überrascht, weil ich es anders vermittelt bekam und auch noch schlecht auf weitere Kosten vorbereitet war.
Habe dann dennoch gespendet und das sogar ein bißchen mehr, als ich gewollte hätte, da Du liebe Aurinia, mir mein 10ner gewechselt und festgelegt hast, wieviel Rückgeld Du mir gibst. (Aber schwamm drüber, sich darüber zu mokieren ist ja ebenfalls schlechter Stil.)
Aber vielleicht wollte man auch nicht über die Nachforderung als solche meckern, sondern fragen, warum der Koch nicht von vornherein entsprechend an den Einnahmen beteiligt war.
Daher -> Nächstes Mal das Essen normal zum Verkauf anbieten und nicht, also überhaupt nicht, im Con-Beitrag berücksichtigen.
Dazu -> Getränke anbieten, damit die Sache abgerundet wird.
@ Frage am Ende des Cons:
Wie ich schon schrieb, gab es viele Kritiker am Ende des Cons. In unserer Gesprächsrunde waren etwa 12 Leute und alle oder zumindest die meistens der Orga-Mitglieder (ich muß ehrlich zugeben, nur auf Patricio und den mir gerade namentlich nicht geläufigen Plot-Schreiber geachtet zu haben).
Von den Leute haben wenigstens 9 ernste Kritik hervorgebracht.
Ich kann mich zwar daran erinnern, daß nach positiven Erlebnissen gefragt und diese auch gefunden werden konnten, aber ich glaube nicht, daß dieses sich angemessen gleichsetzen lassen.
Leider kann ich zu diesem Punkt nicht anfügen, wieviele Leute bereits vor der Diskussionsrunde gegangen waren, habe aber mitbekommen, daß das wenigsten auf einige Spieler zutraff.
Doch -> Noch ein Wermutstropfen, denn immerhin glaube ich, daß so mancher Spieler wiederkommen möchte, um sich anzuschauen, ob es eine Verbesserung gibt. Das ist mehr, als manch andere Orga bekommt.
Also muß einfach nur die Kritik berücksichtigt werden.
@ Im Charakter bleiben:
Da hast Du grundsätzlich natürlich Recht.
Aber es gab einige Anfänger (und anfangende Minderjährige bzw. Unvernünftige), die Location war kaum Imersions-förderlich und es viel zunehmend schwieriger in der Rolle zu bleiben, je schlechter es lief.
Ich selbst brach aus meiner Rolle, kurz bevor die Kritik-Runde entstand, weil ich mich gern mit anderen, ebenfalls bereits aufhörenden oder realweltlich diskutierenden Spielern über die Veranstaltung austauschen wollte (die ich selbst auch eher nicht als Geniestreich empfand).
@ Dämonenjäger:
Ohne die beiden Dämonenjäger einschätzen zu können oder vor Ort direkt erlebt zu haben (Obwohl, war der Psychopat, der andere umbringen wollte, einer der Dämonenjäger?), sind Spieler solcher Konzepte doch meist nicht an ausgespielten und aufwendigen Exorzismen interessiert, sondern daran "böse Dinge" totzuschlagen (wie viele andere Konzepte natürlich auch). Also möchtest Du, liebe Aurinia, vielleicht garnicht, daß eben diese Charaktere auf Dich aufmerksam werden.
[Disclaimer: Ich habe die beiden Spieler, wie schon geschrieben, nicht wirklich erlebt - glaube ich - und möchte deshalb in keiner Weise ihr Spiel beurteilen. Vielleicht sind sie die 1 in 100, die es anders handhaben. Außerdem möchte ich hier generell niemanden für sein Spiel aburteilen. Jeder schätzt halt etwas anderes an seiner Spielrunde und so auch im Larp. Persönlich finde ich die von mir angedeutete Spielweise des "nur Dinge totschlagen"-Spieles eher eindimensional und bin überrascht, sowas auf eindeutigen DKWDDK-Ćons wiederzufinden. Auf artgleichen Cons in Mittel- und Westdeutschland finden sich fast ausschließlich Spieler ein, die wirklich stark am Ausspielen und an komplexen Lösungsstrategien interessiert sind. Aber nochmals, das ist keine Kritik am selbstgewählten Spielschwerpunkt.]
... und die erwähnte Heilerin war doch selbst Orga.
Orga die viel miteineinander spielen sind immer ein bißchen doof.
@ Der Preis:
Ja, irgendwie wollen Larper, Rollenspieler und andere Hobbyisten immer nichts oder nur möglichst wenig für ihre Unterhaltung bezahlen.
Da kann ich nur sagen -> weghören, weiter machen.
Was den Preis von 10€ als Con-Zahler angeht, denke ich, ist der Exodus gut platziert. Selbst bei allen Widrigkeiten.
Wenn es sich zu einem Übernachtungs-Con ausweitet, darf es sogar etwas mehr werden, sollte es aber auch nur, wenn sich die meisten Kritikpunkte verbessern.
Außerdem denke ich, wird nur über den Preis gemosert, weil die Veranstaltung in öffentlicher Umgebung stattfindet und das Essen nochmals irgendwelche (unkommunizierten) Kosten aufwarf.
@ Vergleich mit anderen Zeitvertreiben:
Dieser Vergleich ist nicht so richtig zutreffen. Außerdem höre ich da schon wieder alle meine Bekannten sagen: "Da bekomme ich ja auch etwas dafür.", womit sie eigentlich sagen wollen "Da muß ich mich dann ja auch nicht bemühen und werde auch noch bedient."
Durch die Zeiten der leicht verfügbaren Unterhaltung, nicht zuletzt oder gerade wegen des Internets, hat sich die Akzeptanz von Kosten und Selbstbemühung sehr reduziert.
Noch in den frühen 2000ern hätte man einer solchen Veranstaltung wie dem Exodus wahrscheinlich die Türen eingerannt. (Trotzdem gemeckert, aber sie wären alle mehrheitlich wiedergekommen.)
@ Kritik ins Gesicht:
Ich habe vor Ort Kritik angebracht. In Patricios Gesicht.
Aber ich bin mir leider auch nicht sicher, ob es dabei auch sinnvoll verstanden wurde.
Das einzige, was ich dabei feststellen konnte, war, daß Patricio seine Vorstellungen hat (die ich selbst nicht als realisierbar oder auch nur realistisch einstufe) und wenig Verständnis (vielleicht wegen der Sprache, auch wenn es Englisch war) für Spielanpassung und organisationsstruktureller Umorientierung hat.
An dieser Stelle möchte ich mich Edennil, dem Ersteller des Eingangsbeitrages, gern anschließen, die Orga sollte das Erfahrungsdefizit bezüglich Larp möglichst schnell ausgleichen. Man kann kein gutes Larp machen, ohne Larperfahrung. ... und dabei sollte auch dringend auf die Unterschiede zwischen kleinen Cons und Großveranstaltungen (wo Patricio gern angesiedelt wäre) und deutschen und amerikanischen Larps (weshalb des Spielen in einem öffentlichen Park nur schlecht funktioniert) geachtet werden.
@ Qualitativer Con:
Natürlich wollten wir einen qualitativen Con mit qualitativem Plot.
Wenn Du, liebe Aurinia, meinst, daß die Spieler diesen nicht verdienen oder der Betrag dafür zu niedrig ist, solltest Du das auf die eine oder andere Art ändern.
Doch -> vielleicht sollte nicht vergessen werden, daß Larp ein Hobby von Fans für Fans ist. Gewinn kommt dabei kaum rum.
Und -> man sollte sich natürlich versuchen durch gute Qualität eine Ruf aufzubauen. Verlieren kann man den um vieles schneller und einfacher.
@ Meine eigene Kritik an diesem Con (so nicht schon erwähnt):
Der Abenteuerspielplatz war nur mittel als Con-Location geeignet.
Gerade der öffentliche Betrieb, die eher problematische Bespielbarkeit des Hauses und die sehr Imersions-störenden Objekte in der Umgebung mindern den Spaß.
(Ersteres könnte sicherlich eingerichtet werden, würde dann aber Kostenerhöhung bedeuten, die nicht sonderlich beliebt ist.
Zweiteres wäre mit ersterem verbunden.
Das Dritte läßt sich vielleicht mit besserer Dekoration verändern.
Alles läßt sich mit einer andern Location beheben - auch wenn das auf jedenfall bei den Kosten bemerkbar werden würde.)
Der Park sollte nicht vollständig als Spielort genutzt werden.
Ich habe mitbekommen, daß einige Spieler sich zwischen den "Zivilisten" nicht wohl fühlten und die "Zivilisten" waren auch nicht sonderlich Imersions-förderlich. (Und da hilft auch keine Ansage wie "Die Schattenmenschen sind gruselig und zu ignorieren". Vor allem nicht, wen diese einem mit gezücktem Streichel-Phone hinterherlaufen, beschimpfen oder in "schlimmen" Fällen mit Kieseln bewerfen.)
Der Parkteil direkt neben dem Abenteuerspielplatz ist ziemlich schattig und eher unbeliebt, bei den "Zivilisten" und würde daher sogar noch gehen.
(Nochmals der Hinweis auf andere Locations.)
Der Plot sollte gerade für Eintages-Cons gradliniger und überschaubarer sein. (Hatte ich vor Ort übrigens schon gesagt, aber nicht das Gefühl, daß es auch verstanden wurde.)
Gerade bei DKWDDK bringen die Charaktere schon ausreichend Problem mit.
... und man kann ja auch mit leichten Zusatzproblemen aufstocken.
(Die Idee von Patricio, man können verschiedene Spieler vor'brief'en ist gut, aber für einen Eintages-Con vielleicht schon wieder zu viel.)
Der Plot im Allgemeinen ... ist mies.
Wie ich vernahm, wurde der maßgeblich verursachende Magier letztes Jahr besiegt. (... und selbst, wenn das nicht stimmt, führt es nur zu Verwirrung.)
Warum auch immer die Spieler glauben, der Magier sei tot -> deal with it!
Die Begründung, warum die Spieler den Ort aufsuchen, muß sich ändern, ebenso die Begründung, warum die Spieler wieder weg können.
(Hier lassen sich leicht gute Plot-Aufhänger basteln, die zwar Hauptplot, aber nicht Tagesschwerpunkt sind.)
(Außerdem könnte durch einen Location-Wechsel auch dieses Problem abgefangen werden.)
Der Spielstart ... war mies.
Nicht nur, daß die Ansprache holperig und teilweise sinnlos war, auch die folgende Aufteilung in Spieler die bereits da sind und die, welche neu ankommen, war albern.
Das in den Park geschickt werden war ebenfalls sinnlos. Vor allem mit einem Bündel von Auflagen und ohne "Spielhilfen" (sei es NSCs oder interessante Infos).
Schließlich wurde es (wie eigentlich immer, wenn die Spieler nicht entsprechend geführt werden) nur ein große Gruppe mittelmotivierter Charaktere, die dann am "Stadteingang" sinnlos abgefangen wurden und sich auch noch entwaffnen sollten. (Eine Garantie für Verzögerungen und den ersten Spielfrust.)
Spielgeld.
Wenn man, beispielsweise am Tor, Spielgeld verlangt, sollte man den Spielern auch die Möglichkeit geben, welches zu erhalten. (Neuspieler könnten beispielsweise direkt ein paar Münzen ausgehändigt bekommen.)
Nur Kurz: Taverne.
Speisen und Getränke zu moderaten Preisen. (Nicht als Teil des Con-Beitrages.)
... und noch in die andere Richtung:
Wenn Spieler herumkrakelen und die meiste Zeit offplay-Kommentare geben, ist das kein Grund, den NSCs schlechtes Spiel vorzuwerfen. (Die bekommen auch nicht immer alles mit oder machen Fehler.)
Wichtiger wäre es wohl, den Spieler darauf hinzuweisen, daß nicht immer alles perfekt laufen kann und ein guter Spieler immer versuchen sollte, mit der Situation zu spielen und nicht zum Unleid aller herum zu piensen.
Außerdem kann ich mich nicht erinnern, daß es Regeln für beispielsweise "Herztreffer" gab.
Soweit ich weiß, gibt es überhaupt keine Berücksichtigungen über die Trefferzone Torso oder vielleicht Brust hinaus.
Ergo, der Charakter hat sich mit seiner Trefferwahrnehmung scheinbar geirrt. War nicht so schlimm. Der Pfeil blieb wohl in der Rippe stecken. (Oder das Opfer war besessen und über Probleme wie Herztreffer erhaben. ... wer weiß.)
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