| 2322 Beiträge - Qualitätslarper
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Wie oben bereits erwähnt, ist die Gewandung der beste und schnellste Weg eine Adelsdarstellung zu erreichen. Hier gilt als Faustregel:
1. Mehr als nur eine einzige Gewandung zu haben
Es geht hier einfach nur um die Multiplikation des ersten optischen Eindrucks, der bei dieser Charklasse der absolut entscheidende ist.
Beispiel:
Eine wunderhübsche Elfe, in einem wunderhübschen Elfengewand... alle sagen: "Boah, ey" *sabber, sabber*.
Beim zweiten mal Sehen ist diese Wirkung bereits abgeschwächt und beim drittenmal, wird aus *Boah, ey" bestenfalls ein: "Ja, sieht gut aus, habe ich gestern schon gesehen."
Das darf nicht passieren, sonst ist der Zauber des Adels (und auch des Elfen) verpufft.
2. Für jeden Anlass die richtige Gewandung
Nichts finde ich persönlicher alberner als z.B. einen Hochadligen der jeden Tag, zu jeder Gelegenheit mit derselben (zugegeben hochwertigen) Ritterrüstung rumläuft. Das ist absoluter Quatsch. Von einer Charklasse wie Adel erwartet man einfach instinktiv, dass sie sich mehr als nur ein Gewand leisten kann. Um diesen unterbewussten Eindruck der Mitspieler auszunutzen, tun wir ihnen einfach den Gefallen und tragen entsprechende Kleidung. Manchmal werden die Mitspieler gar nicht wissen wieso, aber finden einfach, dass es gut aussieht... und genau das ist der Effekt, den wir erzielen wollen.
3. Festlegen auf ein gewisses Schema
Es ist unbedingt zu erreichen, dass alle Sachen zusammenpassen, also z.B. farblich und/oder aus der gleichen Epoche (kein Musketierhut zum Kettenhemd ) sind oder vielleicht sogar aus der gleichen globalen Region. Dies schmeichelt dem Auge des Betrachters und sorgt auch unbewusst für ein Wohlgefallen und damit für leichtere Akzeptanz
4. Kleidung mus gepflegt sein
Erklärt sich von selbst, denke ich. Wer, wenn nicht der Adel sollte mit sauberen Klamotten rumlaufen? Instinktiv erwartet man vom Adel ein Heer von Bediensteten, die sich darum kümmern. Gleichzeitig wirkt Ungepflegtes wiederum störend auf das Auge des Betrachters (siehe 3.).
Zum geplegten Äusseren gehört selbstverständlich auch, dass die Klamotten passen. Auf Maß geschneidert wäre sehr gut. HoMi Gewandung darf und soll weit sein, darf aber NIEMALS schlabbern oder (weil der Stoff so dünn ist) blöde Falten werfen.
Ich selber habe mich auf den groben Zeitraum des Hochmittelalters festgelegt, weil es da sehr viele Abbildungen im Internet gibt und die Klamotten relativ preisgünstig, bei maximaler Wirkung sind.
Was folgt sind ein paar Bilder von mir, in denen ich die Gewandung erläutere und aus denen sich Tipps für die eigene Gewandung ableiten lassen... so man dass denn möchte.
Zitat Original geschrieben von Surja
Ich drück mich zwar nicht so toll aus wie Brian, aber da ich an meiner Studienarbeit "Kleidermode im 13.-16. Jahrhundert - Die Entwicklung der Identität" arbeite, bin ich so frei, auch etwas hinzu zu fügen:
Kleidungsstücke waren sehr teuer, da jeder einzelne Arbeitsschritt (bei Wolltuchen vom Schaf, über Rohwolle, gekämmter Wolle, Faden, Gewebe, gefärbtes Tuch, ..., Schneider) gut bezahlt werden musste.
Doch im Gegensatz dazu gab es nicht vieles, wo man sein Geld investieren hätte können (außer dem Seelenheil) und Banken gab es noch nicht. Somit wurde Kleidung als Standessymbol und Geldbewahrung (im wahrsten Sinne) genutzt und zählte mit zum offiziellen Erbe.
Wer z.B. im Frankreich des Spätmittelalters dafür sorgen wollte, dass andere was auf ihn hielten, hatte einfach mehrere Ärmel und Kopfbedeckungen zur gleichen Gewandung.
Das habe ich leider noch nicht auf Con gesehen, ist aber für Larp gut geeignet, da es preislich erschwinglich ist, aber viel hermachen kann.
An die Schulternaht einfach Ösen anbringen und entweder Ärmel zum Wechseln dabei haben (spart gegenüber einer kompletten Gewandung auch Platz beim Transport) oder andersfarbiges Innenfutter verwenden, um sie wenden zu können.
Das mit den Hüten hört sich seltsam an, war aber in der Hochsaison der Zaddeln unglaublich modern (sprich: dicke Cochonnes):
Einen Hut (z.B. Filzhut) trug man auf den Kopf, den anderen unbenutzt im Nacken an einer Schnur (oder eine nicht aufgesetzte Gugel).
Besteht Interesse an einem Extrathreat zu Farbsymbolik (incl. Quellen-, Zeit-, und Ortangabe)?
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Dieser Beitrag wurde 3 mal editiert, zuletzt von Brian am 28.03.2007 - 21:41.
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